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DREI-Wochenkonzert. 3 zusammen

„darum habe ich mir drei lieder ausgesucht für den beginn des jahres.
drei lieder. drei wochen. das ist doch was. für den anfang.“

 

3 ein wenig schnee auf den dächern

vor einigen tagen, und ich hatte die eine zeile im kopf. und ohne eine idee und ohne eine melodie habe ich das später so notiert, es sind worte aus der stille, es sind lieder des vermissens. sie kommen nur einmal vorbei, wenn du sie nicht hörst, wenn du ihnen keine stimme gibst, sind sie verschwunden. es klingt nach sternennacht. es nimmt nicht die sehnsucht, nicht den schmerz. und doch tröstet es. du wirst dann vielleicht leise aus dir heraustreten ins freie des dunkels.

je häufiger ich es höre,
desto mehr entsteht ein bogen
an entfernter nähe,
an doppeltem boden, über den ich nicht laufen kann,
weil mir jemand von dahinter und darunter
entgegen kommt.
also warte ich.
also höre ich.

also

AUF DEN DÄCHERN (demomitpiano&gitarre-jan22)


DREI-Wochenkonzert. 2 Gitarre

„darum habe ich mir drei lieder ausgesucht für den beginn des jahres.
drei lieder. drei wochen. das ist doch was. für den anfang.“

 

2 meine letzten

bevor das schweigen kommt
der klare unverstellte blick
der voller „was-auch-immer“ meint
das ist so, das muss so
bevor die wortlosigkeit kommt
und in mir lärmt
nehme ich meinen letzten mut
meine letzten träume
die ich schon lange ins altglas entsorgt hatte
nehme ich diese brüchigen buchstaben
und singe sie dir einfach ins gesicht
so laut ich kann
so leis ich kann
so leicht ich kann
bevor du aufstehst und schweigst und
gehst
und meine gitarre ist meine freundin
das klavier ist mein letzter verbündeter
im stimme geben
der offenen wunde
der stille
den hirngespinsten
dem unsichtbaren zaudern
dem trotz und der wut
dem du und ich

also

DER ZWEITE SCHRITT (gitarre-demo-jan22)


DREI-Wochenkonzert. 1 Piano

„darum habe ich mir drei lieder ausgesucht für den beginn des jahres.
drei lieder. drei wochen. das ist doch was. für den anfang.“

 

1  einführung.

ich spiele „hier“ ein konzert. dieses konzert läuft über drei wochen. ich habe für die nächsten drei wochen je ein lied ausgesucht. alt und neu, neu aufgenommen. so noch nie gespielt. um mich nicht damit abzufinden, dass wir wohl solidarität über strecke nicht so hinkriegen zwischen uns. ich will mich erinnern. dass leben etwas erfüllendes haben und ich nicht auf dich verzichten kann.

also. ist dieses konzert
für uns!
die wir leben und kämpfen
die wir leben wollen. und sollen
für die angst, die mich immer
wieder ungefragt befällt und die
mir zu leben hilft
für die zuversicht
dass leben am ende
in der mitte
und am anfang
nur zusammen geht
auch
wenn es manchmal alles
zusammenfällt

also

EINEN SOMMER LANG (piano-demo-jan22)

 


winterhoffnung

ein rückblick aufs jahr   aus sicht des apfelbaums   in eisiger kälte blühte der baum im april   eine reiche ernte im herbst   der alte apfel vergessen am baum   in den dunklen tagen, die gar nicht so richtig hell werden wollen   ist er nahrung für die hungernden vögel vor meinem haus

 

wieder (gehe ich mit) „wie einfach“ (aus dem jahr, wie schon im letzten jahr), in einer neuen version, in der ich es nun am ende des jahres singe. erstmals am flügel. klingt so ganz anders, fremd und nah. unerhört vertraut.

WIE EINFACH (pianoversion 2021)


dunkelhell

wie ist es die dunkelheit wegzusingen die tage sind so unvernünftig kalt und dunkel wie durcheinander ist das wenn du keinen anfang und kein ende siehst weil wir kaum noch spüren wie es ist wie lange ist das her dass uns ein licht aufging wo sind wir gelandet dass wir die wünsche nur noch leise äußern weil wir kaum noch spüren wie sie sind dass wir keine worte mehr haben für das was ist in uns genauso wie um uns weil wir kaum noch spüren wie sie sind betöre mich betöne mich und das was ich nicht sagen kann wird dir morgen blühen

ICH BRENN FÜR DICH

Und wieder holt die Zeit die Fragen, die Zweifel und die Zusage in dem Lied stärker ein als ich es mir vorstellen konnte. Diese Version ist die 2021-Version, zum ersten Mal am Flügel gesungen.


da

weit gegangen
so weit
und kein platz, wo ich hingehöre.
manchmal fühlt es sich so an wie
dieses „werjetztkeinhaushatbautsichkeinesmehr“.
und danach?
knallen dir die e-gitarren um
die ohren
dass dir hören und sehen
aufgeht.
dann bin ich bei mir. da.

IM EIGENEN LAND (aus der CD „und sonst noch?“)


ohne mich

wir haben die wahl
wofür wir stehen und leben wollen
ohne mich ist vor total langer zeit
geschrieben und gesungen (1990
und 1995 aufgenommen)
und immer noch
total stimmig so.

OHNE MICH


wem gehört das lied?

wenn du manchmal sehen könntest
meine selbstgebastelten aufbauten
für mikros und liedblätter
wenn du hören könntest
wieviele hallos ich gesprochen und ausprobiert habe
bis es so klang, wie ich es will
wenn du wüßtest, wie es ist
die richtige formulierung zu suchen
die einfach beschreibt, was da ist
wie leicht es fällt, mit aller lust zu singen
wie schwer es ist, dies ohne dich zu tun

längere zeit bin ich mit den gedanken und den liedern für dieses hosentaschenlyrik-konzert unterwegs, fügen sich gedanken und eindrücke in eine reihenfolge. warum nicht HALT MICH NICHT FEST, das ich so sehr mag schon all die jahre? und WOHIN wird „rechzeitig“ fertig, um sogar wieder ein zweites und ein neues lied zu haben. und du bist – und es ist mir wieder eine große freude – herzlich und exklusiv eingeladen. such dir einen sonnigen platz, kopfhörer auf. und genießen.

miniliederkonzert (Halt mich nicht fest, Wohin)


von der vergessenen zeit

warum tun wir, was wir tun? wer sagt, was mich erfüllt und sinnvoll in dieser welt erscheint? wann bin ich mir dessen bewußt? wer hat das so aus freien stücken bestimmt?
warum ist die liebe flüchtig? warum ist die freiheit eine ausländerin? und spricht doch meine sprache, wenn ich allein außer mir bin?
warum spüre ich sinn, wenn ich singe und musik mache? warum vergesse ich die zeit, wenn ich in meiner welt bin?

warum lassen wir es manchmal sein, irgendwann, unbestimmt? wann ist der moment, in dem es vorbei ist? tut es weh? ist es erleichternd? ist es gut? ist es unsinn? ist es leben? ist es anfang, ist es ende? ist es einfach? warum tun wir, was wir tun?

wie einfach (dreißigsterdezemberzwanzigzwanzigaufnahme)


still so still

still so still

wenn die nacht so leise
jedes atmen wie hoffnung riecht
weil
die luft eh voll ist
schon flüstern ein lied ist
wenn durch die ferne
jedes regen von dir lauter klingt
die nähe
ein stern ist

wenn es nur
eine idee ist
dass in einem kind
gott heimkehrt
in der vergessenheit
unserer geschichten

weil alles schweigt
mein lied gesprochen, ganz leise
manchmal wieder
wahr

WENN DU ZU MIR KOMMST (lyrics)