Gereimtes

Unabsichtlich

Der Wind kommt übers Meer
treibt Regenwolken vor sich her
die Gespräche sind verstummt
wir lachen schweigend, um
zu merken
das Herz ist leer
Möwen ziehen ihre Runden
drehen im Wind, ungebunden
werden wir wohl nicht mehr sein
wir atmen schweigend, allein
auf diesem Weg
verloren und gefunden
Ganz. Unverhofft. Und oft sehr stark und mutig.
Verletzlich. Unersetzlich. Sehnsüchtig ungestillt:
Schlägt in mir dein Name.
Gedanken ziehen ihre Runden
drehen sich im Wind, seit Stunden
flüstern sie ein Wort, damit
es bleibt bei jedem Schritt
fühl‘ ich
wir lieben auch mit Wunden
Ganz. Unverhofft. Und oft sehr stark und mutig.
Verletzlich. Unersetzlich. Sehnsüchtig ungestillt.
Schlägt in mir dein Name.
wir lieben auch mit Wundern … wir lieben auch mit
Wunden
(26. August 04)

Unabsichtlich KLAVIERausgabe

hier weitere Klavierausgaben:
Komm, wir haben doch PIANO
Frühlingsregen – Klavier

HALT MICH NICHT FEST

bin vom Weg abgekommen
jeder Hafen weist mich ab
den letzten Gipfel genommen
doch die Luft ist dafür knapp
leerer als leer steh‘ ich vor dir
dünner als dünn ist meine Haut
spaziere auf sehr dünnem Seil
nie habe ich dir mehr getraut

Halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich zu dir kommen kann
halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich dich erkennen kann

alles, was endlich erschien
fiel leicht und war unendlich schwer
und vor dem Ruhm liegt der Ruin
wer kann schon bleiben tief im Teer
leiser als leis steh‘ ich vor dir
ärmer als arm ist mein Verstand
ich wandle auf sehr dünnem Eis
und suchte nur nach einer Hand

Halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich zu dir kommen kann
halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich dich erkennen kann

wenn ich mich manchmal nicht versteh
die Türen und die Fenster schließ
die Nähe tut auf einmal weh
die Weite ist nur mein Verlies
stummer als stumm steh‘ ich vor dir
dünner als dünn ist meine Haut
spaziere auf sehr dünnem Grat
nie habe ich dir mehr getraut

Halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich zu dir kommen kann
halt mich nicht fest, halt mich nicht fest
damit ich dich erkennen kann
07. Februar 02

 

AN SO TAGEN WIE DIESEN

Die Farben da draußen vor’m Fenster
laufen die Scheiben herab,
fließen die Straße in Pfützen
hinunter, 
grau und verblasst.

Die Gitter in dir
sind unsichtbar und nicht da.
Doch willst du gehen,
spürst du sie zu nah.

An so Tagen wie diesen …

An so Tagen wie diesen
möchte ich allein sein.
Mit den Vögeln nach Süden,
möchte ich frei sein.

Die Stimmen schwirren
hin und her
Was stimmt denn schon?
Dann geh’ doch,
 wer hält dich noch
auf und davon.

Hast viel zu viel zu lange
hingenommen bis jetzt.
Im Alltag erstickt, geschluckt,
vergessen,
all das, was dich verletzt.
Jetzt steh’n die Fenster offen,
noch bis Anbruch der Nacht.
Und was du daraus machst,
steht allein in deiner Macht.

An so Tagen wie diesen …

An so Tagen wie diesen
kannst du frei sein.
Der Preis ist hoch dafür,
willst du wirklich dabei sein.

Und du sagst,
„schließ
die Fenster leise
und komm her zu mir.
Es wird dunkel und kalt,
sieh’ die Vögel zieh’n
ins Winterquartier.“

An so Tagen wie diesen …

An so Tagen wie diesen
möchte ich frei sein.
Mit den Vögeln nach Süden
möchte ich allein sein.

Was hält dich noch?
Wer trägt dich noch?
Warum bleibst du hier?
Ich verrat dich nie,
ich sage nichts.

Ich steh’ hinter dir

…
 an so Tagen wie diesen

05. August 07

WANN IMMER DU WILLST

Nur du darfst deine Hand auflegen
nur du darfst meine Wunden fühlen
nur du darfst meinen Willen beugen
nur du darfst meine Sehnsucht kühlen
nur du darfst mich halten, mich fangen
nur du darfst meine Schatten fortspülen
nur du darfst mich treiben, lassen
nur du darfst mich hassen

bist mein ja und amen, mein gebet
herzschlag, der tag für tag durch mich geht
dir schwör ich hundertmal ab
dir lauf ich tausendmal zu
und wird die luft mir knapp
deck mich mit deinem atem zu

nur du darfst ein Herzbreit übertreten
nur du darfst meine Todesangst verbrennen
nur du darfst dich zeigen in jedem Schweigen
nur du darfst meinen richt’gen Namen nennen
nur du darfst mich quälen, mich segnen
nur du darfst meine Zweifel durchziehen
nur du darfst mir das Letzte geben
nur du darfst wann immer du willst fliehen

bist mein ja und amen, mein gebet
herzschlag, der tag für tag durch mich geht
dir schwör ich hundertmal ab
dir gesteh ich alles ein
und wird die luft mir knapp
hauch mir deinen atem ein

für dich
halt ich die welt an
schick den regen zum himmel zurück
beiss in jeden sauren apfel
schenk dir mein ganzes glück
teil mit dir mein ganzes glück
für dich
erfind ich neue worte
lüg ohne rot zu werden
könnte schweigen bis zum morgen
schenk dir die ganze erde
schenk dir die ganze erde

25. bis 28. Juni 07 unter Verwendung eines alten Textes vom 04.01.03