Archiv der Kategorie: Archiv der Gegenwart

Heute ist Morgen schon gestern

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Ein altes Lied, zeitlos. Mehr als schön?

War gestern mal wieder dort, wo ich herkomme. Bin ab und zu gerne da. So fiel mir ein, vor Jahren, das Konzert, das letzte Lied an dem Abend: „Sie lügt nicht“. Nach all der Zeit, genauso wahr. Nicht weniger richtig. Auch so kann das Neue Jahr starten.


SIE LÜGT NICHT Live 2009

weil es
Unverzichtbares gibt

die Wahrheit
Freiheit
gehören dazu

p.s. und die Poesie, und das Glück? Und du?
Und manchmal die Musik


oder so

Gibt es 
ein Wunder
das manchmal leise in unser Leben tritt?
Und sei es nur
für eine kurze Dauer
einen Traum oder so
vielleicht nicht mal das
bist du dann da
wenn das Wunder
da ist?
Manchmal ist es in
einem Stück Brot
wenn 
Sonnenstrahlen durch
die Wolken brechen
der erste Vogelgesang
im Februar
die offene, leere 
Hand 
die dich berührt
wenn das Dunkel nicht
weichen will
ein Lied – 
manchmal ein Ton nur –
das dich tief
trifft
ein Schluck Wasser 
den dir ein 
Fremder reicht
ein Herz
am rechten Fleck
so
leicht und einfach
manchmal
kann ein Wunder sein


wenn du groß bist

in den momenten
wo alle an dir
wieder mal
vorbeiziehen
erinnerst du dich an deine
kinderträume
wie du lebst, wenn du groß bist?

sie sind noch nicht ganz verschlissen

 

p.s. das nicht nur, weil heute
fridaysforfuture für alle ist
und weltkindertag

p.p.s. KINDERTRÄUME
Sie kamen aus armen Verhältnissen. Sie bauten sich ihre Existenz so auf, dass sie nicht ein Leben lang jeden Pfennig zweimal umdrehen mussten, bevor sie ihn hergaben. Henri wurde darin groß und hinterfragte lange nicht. Doch eines Tages begann Henri sich zu schämen dafür, dass es ihm so gut ging: Er baute sich seine Existenz so auf, dass er nie wusste, ob er je auf eigenen Füßen stehen könnte. Dafür war er voller Ideale. Die ließen sich nicht essen. Werden seine Kinder ihn verstehen? Oder werden sie Henri eines Tages fragen: “Vater, warum bist du so arm? Warum hast du kaum Geld, uns etwas zum Essen zu kaufen? Oder dir einen Traum zu erfüllen?” Ob sie ihm dann noch ansehen, dass Träume, seine Träume unbezahlbar sind? Wovon werden sie träumen?


Die Rückkehr der Poesie

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Ankommen ist manchmal wie Losgehen. Oder ist es umgekehrt?


Suchte in alten Kisten nach noch älteren Fotos, hatte es versprochen. Dabei stieß ich unerwartet auf Fotos, von denen ich nicht mehr wusste, dass es sie einmal gab. Wie geht das, im Alten Neues zu entdecken?

Vorige Woche hatte ich zum ersten Mal seit längerem Ruhe. Und Stille. Habe mich abends hingesetzt und Worte und Zeilen gesammelt. Danach saß ich an Klavier und Gitarre und sang das, was ich gerade auf dem Papier vorgefunden hatte. Nach dieser Zeit lag ein Lied vor mir. Die Rückkehr der Poesie.

 

DIE RÜCKKEHR DER POESIE (Demo vom 18. Juli 2019, zwei Tage nach Schreiben des Liedes)


30

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Der erste Auftritt heute vor dreißig Jahren – habe halt früh angefangen.

ein Lied passend dazu, zum Träumen und Aufbrechen, im April 2016 geschrieben
WIE EINFACH   Live 2019 Gitarrendemo

drei Gedanken zu den Jahren und meiner Musik, im April 2019 eingesammelt 
jedes neue Lied
wie eine Skizze
unfertig, flüchtig, brüchig
bis die Band dazukommt
nur manchmal leise
im Dunkeln
fehlt nichts, wenn
du bei mir bist

jedes Lied eine
Momentaufnahme
Mosaikstein
mit verwitterten Farbtupfern
aus den Tiefen meines Seelensees

meine Chansons
bleiben allein jetzt Kleinkunst
tanzender Narr
auf heißen Tasten


sommerende II

Mein Lied HERBST wird 30 Jahre alt, ich habe es am 19. September 1988 geschrieben. In den ersten Jahren sagten mir die Menschen immer, es passe nicht zu mir, so alt wäre ich doch (noch) gar nicht. Auf der CD nahBEREICH (1999) haben wir es aufgenommen, weil die Version, in der Tobias, Stefan, Birgit und ich es spiel(t)en, für unseren Stil sehr prägend war.

Und heute? Und nun? Vor einiger Zeit fand ich einen podcast gelesener, heutiger (radiophoner) Gedichte, dabei waren auch Liedtexte. Das hat mich beeindruckt; so habe ich HERBST wie ein Gedicht gelesen:

HERBST

 

Das Lied ist unter Herbst/14.10.2017 zu hören.

 

wer hat am ende
noch etwas davon, und wer
nicht?
manchmal ist es
nicht sofort zu erkennen.


 


sommerluftigleichtfrei

EINFACH NOCH MAL LOSZIEHEN (live 2005)

schönen Sommer …