sommerende II

Mein Lied HERBST wird 30 Jahre alt, ich habe es am 19. September 1988 geschrieben. In den ersten Jahren sagten mir die Menschen immer, es passe nicht zu mir, so alt wäre ich doch (noch) gar nicht. Auf der CD nahBEREICH (1999) haben wir es aufgenommen, weil die Version, in der Tobias, Stefan, Birgit und ich es spiel(t)en, für unseren Stil sehr prägend war.

Und heute? Und nun? Vor einiger Zeit fand ich einen podcast gelesener, heutiger (radiophoner) Gedichte, dabei waren auch Liedtexte. Das hat mich beeindruckt; so habe ich HERBST wie ein Gedicht gelesen:

HERBST

 

Das Lied ist unter Herbst/14.10.2017 zu hören.

 

wer hat am ende
noch etwas davon, und wer
nicht?
manchmal ist es
nicht sofort zu erkennen.


 


sommerluftigleichtfrei

EINFACH NOCH MAL LOSZIEHEN (live 2005)

schönen Sommer …


besonderer AUFTRITT

Sonntag, 03. Juni 2018, 
in der ALTEN KIRCHE LOBBERICH
innerhalb des Gottesdienstes. Und vier Liedern hintendran.
An einem KulturkirchenOrt, der „Gott-Mensch-Kultur beheimatet“.

Es war besonders. Laut. Leise. Viel. Wenig. Gebannt.

 


solo für dich

allein am flügel
(endlich, wo das lied hingehört)
im menschenleeren saal
(was so ein mix alles an atmosphäre und aussage ausmacht)
meine version 2018 von „Halt mich nicht fest“
die seele aus dem leib singen

wie weit ist nah
wie du
__ __  __ __ __ __ __ __ _
deshalb als „onetrack-version“
HALT MICH NICHT FEST (Version flügel 2018)


eisfragen

ja, das gibt es
wege, nur zu gehen
wenn sie zugefroren
lange seltene reise
denn
da ist ein drängen und treiben
das nicht schwindet
ein bleiben und
ziehen
alles zugleich

und eine melodie
in meinem
kopf
in meinen armen
in meiner stimme
singt

wie weit trägt das
und
warum gehst du
dies
immer barfuß?

VERSTEHST DU, WAS ICH MEINE (2002 / demoversion 2017)


herbst

die blätter
sind rot
und gelb, selbst
das braun wirkt
hell

die großwetterlage
steht seit längerem
auf katastrophe

mir bleibt immer öfter
der atem weg

dass ich glücklich
bin, klingt
wie eine schon
vergilbte sommererinnerung
es war doch erst
gestern, da war alles gut

ich spiele vor mich hin
lauttönend wortlos

wieder wage ich es
keine schritte zu gehen
einfach zu stehen
zu betrachten zu weilen
still

zu sein

(wie machen wir das leben winterfest? was lagern wir ein, bis zum frühjahr? müssen wir unsere hoffnungen von einer welt, in der fremde – also jede und jeder – willkommen sind, einkellern, bis zum frühling? wo liegt der? finden wir dorthin? finden wir dort auch wieder raus?)

HERBST   (aus der CD nahBEREICH)


in worte gehüllt

ein regentag
gedichte, mir in die hand gefallen
aus dem schweigen der sommertage
das grün des sommergartens
altes lied, noch nie gespielt

und wieder mein jetzt
die langen tage sind viel zu kurz
für all das leben

passt das zusammen?
wenn du es wie ein mosaik auslegst

HÜLL MICH IN SCHWEIGEN (demo 2017)