manchmal

manchmal, weißt du noch
seit jahren schon
wenn ich meine texte mit
manchmal beginne
dann mache ich mir
keinen reim auf gar nix
verstehe ich nicht
was ist und mein wort
für dieses suchen und
ausprobieren und aushalten
ist manchmal
das erste wort auf meinen
lippen und in meinen fingern

VIELLEICHT (Demoaufnahme aus dem letzten Sommer, 20./28.03.18)


vielleicht erinnerst du dich wir sind barfuss unterwegs vielleicht weißt du noch dass manchmal alles so erscheint als könne uns niemand aufhalten als habe dieser tag und dieser mensch da nur auf dich gewartet vielleicht erinnerst du dich auf deiner seele liegt tau von den kalten nächten in denen wieder alles ohne antworten blieb vielleicht habe ich alles nur schön geredet vielleicht erinnerst du dich dass die erde unsere heimat ist und platz für uns hat noch in der hintersten ecke vielleicht merken wir nicht dass unser haar grau geworden ist und wir alleine auf der straße unterwegs und die sohlen durchgelaufen sind und wir die sprache der anderen nicht verstehen vielleicht glaube ich das sogar manchmal

wie komme ich darauf / an tagen / die erinnern
an zerstörung / verfolgung / an aufstand / und verrat
voller widersprüche / vielleicht sind unsere tage
dochwiederimmernoch so


sommerende II

Mein Lied HERBST wird 30 Jahre alt, ich habe es am 19. September 1988 geschrieben. In den ersten Jahren sagten mir die Menschen immer, es passe nicht zu mir, so alt wäre ich doch (noch) gar nicht. Auf der CD nahBEREICH (1999) haben wir es aufgenommen, weil die Version, in der Tobias, Stefan, Birgit und ich es spiel(t)en, für unseren Stil sehr prägend war.

Und heute? Und nun? Vor einiger Zeit fand ich einen podcast gelesener, heutiger (radiophoner) Gedichte, dabei waren auch Liedtexte. Das hat mich beeindruckt; so habe ich HERBST wie ein Gedicht gelesen:

HERBST

 

Das Lied ist unter Herbst/14.10.2017 zu hören.

 

wer hat am ende
noch etwas davon, und wer
nicht?
manchmal ist es
nicht sofort zu erkennen.


 


sommerluftigleichtfrei

EINFACH NOCH MAL LOSZIEHEN (live 2005)

schönen Sommer …


besonderer AUFTRITT

Sonntag, 03. Juni 2018, 
in der ALTEN KIRCHE LOBBERICH
innerhalb des Gottesdienstes. Und vier Liedern hintendran.
An einem KulturkirchenOrt, der „Gott-Mensch-Kultur beheimatet“.

Es war besonders. Laut. Leise. Viel. Wenig. Gebannt.

 


solo für dich

allein am flügel
(endlich, wo das lied hingehört)
im menschenleeren saal
(was so ein mix alles an atmosphäre und aussage ausmacht)
meine version 2018 von „Halt mich nicht fest“
die seele aus dem leib singen

wie weit ist nah
wie du
__ __  __ __ __ __ __ __ _
deshalb als „onetrack-version“
HALT MICH NICHT FEST (Version flügel 2018)


eisfragen

ja, das gibt es
wege, nur zu gehen
wenn sie zugefroren
lange seltene reise
denn
da ist ein drängen und treiben
das nicht schwindet
ein bleiben und
ziehen
alles zugleich

und eine melodie
in meinem
kopf
in meinen armen
in meiner stimme
singt

wie weit trägt das
und
warum gehst du
dies
immer barfuß?

VERSTEHST DU, WAS ICH MEINE (2002 / demoversion 2017)


herbst

die blätter
sind rot
und gelb, selbst
das braun wirkt
hell

die großwetterlage
steht seit längerem
auf katastrophe

mir bleibt immer öfter
der atem weg

dass ich glücklich
bin, klingt
wie eine schon
vergilbte sommererinnerung
es war doch erst
gestern, da war alles gut

ich spiele vor mich hin
lauttönend wortlos

wieder wage ich es
keine schritte zu gehen
einfach zu stehen
zu betrachten zu weilen
still

zu sein

(wie machen wir das leben winterfest? was lagern wir ein, bis zum frühjahr? müssen wir unsere hoffnungen von einer welt, in der fremde – also jede und jeder – willkommen sind, einkellern, bis zum frühling? wo liegt der? finden wir dorthin? finden wir dort auch wieder raus?)

HERBST   (aus der CD nahBEREICH)