Archiv des Autors: chansonrock

wieder

Wechselausstellung vom 30. April zwölf

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Wieder eine schlaflose Nacht. Wieder Musik. Wieder bringst du mich durch die Nacht.

 

 

 

 

 

 

NUR EIN WORT 

Der Trost fällt schwerer,
die Worte nicht mehr so leicht.
Immer öfter wissen wir nicht weiter,
doch du siehst, bis hierhin hat’s gereicht.

Die Wahrheit geht gebeugt,
die Freude scheinbar matt.
Immer öfter ist es nicht heiter,
doch du merkst, bis hierhin lief es glatt.

Nur ein Wort, die anderen lachen.
Nur keine Ahnung, was soll schon sein.
Nur eine Hoffnung, nur für uns.
Nur ein Lachen, einfach so und rein.

Der Mut wirkt schwächer,
der Stolz fällt zu leicht rein.
Immer öfter sind andere gescheiter,
doch bis hierhin kriegen sie uns nicht klein.

Nur mein Zweifel, nur eine Lücke.
Nur meine Stimme, manchmal zu leis.
Nur etwas Zufall, über eine kleine Brücke.
Nur ein Lied, einsam und dein.

09.04.2012


kein … halten mehr

gibt es bilder
die klingen
gibt es töne
die niemand hört
gibt es aufbrüche
die immer wieder anfangen
und mich trotzdem hinreißen
wie zum ersten mal
die knospen
blühen fast explodierend
noch einmal sonne
ich wage das versprechen
dann ist
kein halten mehr
frühling

der befreundete dichterdenkerseemannschreibersänger jc
hat einen fotoblog, indem er zurzeit fast täglich ein foto unter der
überschrift “kein …” stellt, kleine perlende miniaturwunderwerke, nichts geknipstes wie hier. ihm ist die hälfte meines titels und die gänze dieses artikels gewidmet.


erwischt

manchmal

erinnerst du dich
dass ich mit diesem wort
manchmal
meine wechselausstellungen
beginne

wenn ich mir keinen reim
mache
obwohl ich seit wochen
reime mache
noten male auf papier

kommt mir die weisheit
auf die schliche
schaut mir aus sicherer
entfernung auf die finger
und über die schulter

ohne sich zu bewegen

alle versuchen sie
zu vertreiben
es ist ja hellichter tag
und wer will schon mit
ihr gesehen werden
oder von ihr behelligt

sie entweicht
mit gespitzten ohren
lautlos
bei anbruch der dunkelheit
kommt nicht zurück
alle lieben die ruhe
warum

bin ich so unruhig


FLIEGEN

WECHSELausstellung vom 17. Dezember11
Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Was noch nicht bleiben kann, weil die Nacht so hell sein will.

stell dir vor
es gibt ein land
wo winter sommer ist
wo träume wachheit sind
wo gestern morgen ist

wo klein großes ist
wo du ich bist
wo nacht tag ist

stell dir vor
die zugvögel
fliegen dahin

und ich kehre zu ihnen zurück
im frühling
in mein land
wo ich noch nie war

 

stell dir vor
die welt ließe sich
so leicht
auf den kopf stellen

kommst du
dann mit

an die lagerfeuer
der hirten


aufbruch

 

die zeit ist
reif

für die lieder
die noch nie gesungen

von mir

aber da
in schubladen
und mappen

die zeit ist da
das warten
vorüber

vielleicht muss ich
dich
wegsingen
damit mich neue
lieder finden können
damit du dich erneut
in meine noten
stellen kannst
ein hohes c
ein kammerton a
ein tiefes fis
ein grundton d

komm
kling an
schleich dich
in mein ohr
hüpf auf meine
zunge
hake dich an meine finger

so bist du ja auch
in diesem jahr
in meine notenblätter
geraten

komm leb mit
mir
so singe ich dich
am liebsten


die unverständlichkeit der welt


WECHSELausstellung  28. juli elf

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Was sich nicht erklären lässt. Und doch gesagt werden muss.

die unverständlichkeit der welt

warum singen?
warum lachen?
warum tanzen?

wenn verrückte meinen, sie bestimmen
die regeln der welt
ohne grund

dann lieber nutzlose dinge tun
wie fussball spielen
oder singen

flash: vorgestern im supermarkt an der kasse. ist die kassiererin noch echt? lege mein geld in eine plastikschale. es verschwindet. das rückgeld fällt automatisch in eine box neben dem warenband. hat sie auf wiedersehen gesagt? habe ich geantwortet? warum sitzt sie da?

dann lieber nutzlose dinge tun
wie nieten verkaufen
oder daumenkinos drehen

flash: wenn verrückte meinen, sie bestimmen
wer dazugehört
und menschsein bombardieren
quer durch den luftleeren raum

hat
der mensch
keinen sinn(?)

warum leise?
warum nicht schweigen?


nach dem singen

was passiert nach
dem singen

wenn alle
instrumente (auch die)
wieder verpackt sind
und
erinnerungen (auch die)
in eine alte schachtel passen

ein zimmer voller
kisten eine ladung noch
an den rechten platz
bringen

fand auf dem weg dorthin
abbiegend von einer kleinen
landstraße
eine allee auffahrt
wunderschöne alte bäume
ein schmiedeeisernes tor am
beginn geschlossen
und am ende der allee
nur noch reste von grundmauern
geschliffenes haus

hier ziehen wir ein



extra -nur hier- ein Lied aus dem Konzert vom 25. Mai 2011
(siehe dazu auch: WECHSELAUSSTELLUNG –  11. mai 2010  EIN ANDERES LIED)
WENN  



spiel, spiel für mich

es ist nur ein moment
es ist nur ein abend
es ist nur musik
es ist nur jetzt
es ist nur für uns
es ist nur für dich

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auftakt

endlich wieder musik machen
in einem “exquisiten proberaum”
für den auftritt im mai
und alles anders, das alte hatten wir doch schon

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narrenschiff

das narrenschiff
mit richtung lampedusa, nein
lafayette hieß
das kaufhaus des westens

geschlossen ohne
visacard

sagen die
genauer wir
die wir uns unseren
reichtum allein mit
abschreibungen verdienen
(welche adelsgleiche ironie, wenn das auffliegt)

schicken sie zurück
auf’s offene meer
narrenschiff*
da gehören die hin
die stören
bei der feierei

* auf dem Narrenschiff wurden schon im Mittelalter die Verrückten, Strafgefangenen und unheilbar Kranken  ”ins Blaue hinein” entsorgt


im großen und ganzen …

…inzwischen wollen wir von politik nichts wissen
weil die wahrheit gerad nicht paßt

inzwischen flirten wir mit gewaltmärschen
inzwischen lodert militantes blut
inzwischen können wir uns verdammt gut beherrschen
bevor es noch ein andrer tut

hörst du endlich auf schenk ich dir den rest
damit niemand mehr das sinkende, stinkende schiff verläßt…


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