inkognito

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am Dezember 30, 2011 von chansonrock

WECHSELausstellung vom DREISSIGSTENzwölften11.
Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Denn nichts fängt wieder an, wenn es losgeht.

Regen prasselt
auf die Scheiben
und das Glück
stellt sich
kurz ein

ein „Hallo“
und will nicht bleiben
es zerrinnt von
ganz allein

abgeschminkt
inkognito
lass los
sprich nicht davon
es liegt kaum
in der Luft
wie es kommt
verfliegt es
gegen vier
doch es
duftet
noch nach
dir

(aus GEGEN VIER)

FLIEGEN

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am Dezember 17, 2011 von chansonrock

WECHSELausstellung vom 17. Dezember11
Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Was noch nicht bleiben kann, weil die Nacht so hell sein will.

stell dir vor
es gibt ein land
wo winter sommer ist
wo träume wachheit sind
wo gestern morgen ist

wo klein großes ist
wo du ich bist
wo nacht tag ist

stell dir vor
die zugvögel
fliegen dahin

und ich kehre zu ihnen zurück
im frühling
in mein land
wo ich noch nie war

 

stell dir vor
die welt ließe sich
so leicht
auf den kopf stellen

kommst du
dann mit

an die lagerfeuer
der hirten

DAS FÜNFTE LIED …

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am November 26, 2011 von chansonrock

… hatte ganz früh angeklopft, ohne einzutreten. Nun saß es am Tisch. Hinten, schon im Halbdunkel der heruntergebrannten Kerze. Hörte den anderen Liedern zu. Freute sich, zuzuhören, kannte auch die Geschichten der anderen. Bevor ich die Gitarre in den Koffer lege, die Kerze verlischt, habe ich es gesummt. Ich weiß, das passiert nie. Deshalb habe ich es mit einer Handbewegung eingesteckt, zusammen mit den anderen Wortkrümeln vom Tisch.

aufbruch

Veröffentlicht in Archiv der Gegenwart am Oktober 25, 2011 von chansonrock

die zeit ist
reif

für die lieder
die noch nie gesungen

von mir

aber da
in schubladen
und mappen

die zeit ist da
das warten
vorüber

vielleicht muss ich
dich
wegsingen
damit mich neue
lieder finden können
damit du dich erneut
in meine noten
stellen kannst
ein hohes c
ein kammerton a
ein tiefes fis
ein grundton d

komm
kling an
schleich dich
in mein ohr
hüpf auf meine
zunge
hake dich an meine finger

so bist du ja auch
in diesem jahr
in meine notenblätter
geraten

komm leb mit
mir
so singe ich dich
am liebsten

tonartwechsel

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am August 31, 2011 von chansonrock

WECHSELausstellung einunddreißigster 8. elf

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Was vor dem Ende des Sommers noch wartet, bevor die Vögel in den Süden ziehen. Ganz kurz nur.

tonartwechsel

Bei den Liedern, nach dem Anflug der Worte, wenn ich sie vom Fensterbrett vor dem offenen Fenster ans Klavier locke, wenn sie sich zutrauen, auf meinem Papier zu bleiben*, habe ich – im Weiterschreiben – über jedes Wort Rechenschaft abzulegen. Das klingt dann in jedem Ton.

Aber wie kommen sie überhaupt bis ans Fensterbrett; und kommen sie hinein oder bleiben sie dort? Und wie sehen sie aus, sind sie verkleidet oder unsichtbar oder…?

In einem der kürzesten Daumenkinos der Welt könnt ihr auf viele dieser Fragen (bei leisem Durchblättern) Antworten finden. JETZT!
Daumenkino VOGEL

* dieses Bild ist angelehnt an Gedanken von Hilde Domin

die unverständlichkeit der welt

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am Juli 28, 2011 von chansonrock


WECHSELausstellung  28. juli elf

Wechselndes. Entwürfe und Versuche. Gedanken zu Neuem. Liedtexte. Das Allerletzte und das Letzteneue. Druckfrisch. Eine Mischung aus Tagebuch und Weblog. Was sich nicht erklären lässt. Und doch gesagt werden muss.

die unverständlichkeit der welt

warum singen?
warum lachen?
warum tanzen?

wenn verrückte meinen, sie bestimmen
die regeln der welt
ohne grund

dann lieber nutzlose dinge tun
wie fussball spielen
oder singen

flash: vorgestern im supermarkt an der kasse. ist die kassiererin noch echt? lege mein geld in eine plastikschale. es verschwindet. das rückgeld fällt automatisch in eine box neben dem warenband. hat sie auf wiedersehen gesagt? habe ich geantwortet? warum sitzt sie da?

dann lieber nutzlose dinge tun
wie nieten verkaufen
oder daumenkinos drehen

flash: wenn verrückte meinen, sie bestimmen
wer dazugehört
und menschsein bombardieren
quer durch den luftleeren raum

hat
der mensch
keinen sinn(?)

warum leise?
warum nicht schweigen?

nach dem singen

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am Juni 8, 2011 von chansonrock

was passiert nach
dem singen

wenn alle
instrumente (auch die)
wieder verpackt sind
und
erinnerungen (auch die)
in eine alte schachtel passen

ein zimmer voller
kisten eine ladung noch
an den rechten platz
bringen

fand auf dem weg dorthin
abbiegend von einer kleinen
landstraße
eine allee auffahrt
wunderschöne alte bäume
ein schmiedeeisernes tor am
beginn geschlossen
und am ende der allee
nur noch reste von grundmauern
geschliffenes haus

hier ziehen wir ein



extra -nur hier- ein Lied aus dem Konzert vom 25. Mai 2011
(siehe dazu auch: WECHSELAUSSTELLUNG –  11. mai 2010  EIN ANDERES LIED)
WENN  

spiel, spiel für mich

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am Mai 11, 2011 von chansonrock

es ist nur ein moment
es ist nur ein abend
es ist nur musik
es ist nur jetzt
es ist nur für uns
es ist nur für dich

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auftakt

Veröffentlicht in Wechselausstellungen am April 20, 2011 von chansonrock

endlich wieder musik machen
in einem „exquisiten proberaum“
für den auftritt im mai
und alles anders, das alte hatten wir doch schon

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narrenschiff

Veröffentlicht in Archiv der Gegenwart am März 7, 2011 von chansonrock

das narrenschiff
mit richtung lampedusa, nein
lafayette hieß
das kaufhaus des westens

geschlossen ohne
visacard

sagen die
genauer wir
die wir uns unseren
reichtum allein mit
abschreibungen verdienen
(welche adelsgleiche ironie, wenn das auffliegt)

schicken sie zurück
auf’s offene meer
narrenschiff*
da gehören die hin
die stören
bei der feierei

* auf dem Narrenschiff wurden schon im Mittelalter die Verrückten, Strafgefangenen und unheilbar Kranken  “ins Blaue hinein“ entsorgt

im großen und ganzen …

…inzwischen wollen wir von politik nichts wissen
weil die wahrheit gerad nicht paßt

inzwischen flirten wir mit gewaltmärschen
inzwischen lodert militantes blut
inzwischen können wir uns verdammt gut beherrschen
bevor es noch ein andrer tut

hörst du endlich auf schenk ich dir den rest
damit niemand mehr das sinkende, stinkende schiff verläßt…

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